Federführer:
Baden-Württemberg
Gegenstand und Ziel:
Im Jahr 2003 zählte das Statistische Bundesamt ca. 750.000 Empfänger nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Jährlich müssen die BAföG-Empfänger ihren Antrag, der aus mehreren Einzelformularen besteht und viele Bescheinigungen und Nachweise enthält, beim zuständigen BAföG-Amt abgeben. Die Inhalte der Formulare werden in Papierakten abgeheftet. Bei einem Wechsel des Studienortes (Amtswechsel) erfolgt eine vollständige Neuerfassung des Falls im aufnehmenden Amt.
Die Projektgruppe BAföG beschäftigt sich mit zwei zentralen Themen. Erstens mit der Schaffung moderner Schnittstellen zur Optimierung der Kommunikation zwischen den beteiligten Behörden (BAföG-Ämter, Bundesverwaltungsamt), und zweitens mit der Entwicklung der elektronische Antragstellung. Zielvorstellung ist es, dass die BAföG-Bearbeiter über die elektronische Antragsstellung die Informationen elektronisch in ihrem Dialogsystem erhalten. Damit entfällt die manuelle Belegerfassung.
Schüler und Studenten werden in Zukunft zeit- und ortsunabhängig einen elektronischen BAföG-Antrag stellen können. Durch die elektronische Antragstellung wird die Binnenmodernisierung der BAföG-Ämter angestoßen. Mittels der verbesserten Datenkommunikation wird die Bearbeitung von Anträgen beschleunigt und die Auskunftsfähigkeit der Ämter verbessert.
Parallel zu dem Projekt Deutschland-Online BAföG haben sich der Bund und 13 Bundesländer im Projekt BAföG21 verpflichtet, gemeinsam die Modernisierung des kompletten BAföG-Workflows von der Antragstellung bis zur Bescheidung und Auszahlung umzusetzen. Von großem Vorteil für das Projekt BAföG war, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bereits Vorarbeiten zur elektronischen Antragstellung, den sog. BAföG-Rechner realisiert hat. Diese beiden Maßnahmen haben das Projekt maßgeblich gefördert und zu einer raschen Umsetzung beigetragen.
Für das Deutschland-Online Projekt BAföG wurden durch die projektbegleitende Arbeitsgruppe zwei Zielbereiche definiert: Das elektronische Austauschformat XBAföG und die elektronische Antragstellung eBAföG.
Mit XBAföG wird ein offener Kommunikationsstandard auf XML-Basis beschrieben, mit dem der elektronische Austausch von Informationen unter den BAföG-Behörden möglich ist. Er dient zur digitalen Übernahme von elektronischen Anträgen durch die Ämter für Ausbildungsförderung sowie zur digitalen länderübergreifenden Übergabe kompletter BAföG-Akten, z. B. bei einem Umzug des Studenten von einem Bundesland zum anderen.
Mit eBAföG können Studenten eine finanzielle Unterstützung ihrer Ausbildung via Internet beantragen. Für den Studenten entfallen dadurch lästige Behördengänge und auch die Qualität der Anträge wird durch die Dialogunterstützung deutlich verbessert. Bei Folgeanträgen, und das betrifft über 80% aller Anträge, wird die Antragstellung deutlich optimiert, wenn auf bereits gespeicherte Informationen zurückgegriffen werden kann.